Hann Münden-Bad nach Sooden-Allendorf

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Reisebericht Radtour Hann Münden-Bad nach Sooden-Allendorf und zurück am 20.08.2022

Obwohl der Regen nach der langen Trockenzeit dringend erwartet wurde, kam er am Morgen des 20.08.2022 doch etwas überraschend und unpassend. Kurz vor Anreisebeginn der Teilnehmer fing es gegen 07.30 Uhr an, merklich und anhaltend zu schauern. Dies ließ Zweifel bei den gemeldeten Teilnehmern der Tour aufkommen, führte zu einigen Telefonaten und auch zu Absagen. Letztendlich wurde aber auf das bisher vorhandene Glück der FSG 65-Radfahrsparte in Bezug auf das Wetter gesetzt und die Tour um 08.30 Uhr wie geplant gestartet. Die Richtigkeit der Entscheidung wurde kurz danach bestätigt; der Regen hörte auf und es wurde eine Fahrt bei immer mehr Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.

Vom Treffpunkt auf dem Parkplatz am Bahnhof Hann-Münden fuhren die Teilnehmer Heike und Klaus W., Norbert Z., Dieter M. und Michael K. zunächst bis zum Werratal-Radweg , der, in Quellrichtung der Werra gesehen, rechts in Richtung Laubach verläuft. Der Radweg führt durch Gartengrundstücke verlaufend aus der Stadt heraus und auf geschotterten, teilweise gepflasterten und engen Wegen, die einen Gegenverkehr ohne abzusteigen kaum zulassen, direkt am Werra-Ufer entlang bis unter die Eisenbahn- und Autobahn- Brücken bei Laubach. Von dort verläuft er weiter auf der rechten Werra-Seite über Oberrode und an Hedemünden vorbei bis in den kleinen Ort Blickershausen, der bereits im Werra-Meißner-Kreis liegt.

Von Blickershausen ging es zügig weiter meist am Werraufer entlang ohne jegliche Steigungen oder Gefälle auf dem in diesem Bereich asphaltierten und breiten Radweg bis nach Ermschwerd. Hinter Ermschwerd gibt es einen kurzen aber heftigen Anstieg, der aber von allen Teilnehmern problemlos bewältigt wurde. Etwa einen Kilometer weiter wurde Witzenhausen erreicht.

Da die Radweg-Brücke bei Unterrieden immer noch gesperrt ist, musste der Umleitung über die Werrabrücke auf das linke Flussufer gefolgt und auf dem Radweg neben der B 80 bis zum Abzweig nach Unterrieden weiter gefahren werden. In Unterrieden wurde wieder der Werratal-Radweg erreicht und es ging weiter nach Werleshausen am Fuße des Ludwigsteins.

Während einer kurzen Rast in Werleshausen erläuterte Michael K., dass man sich momentan auf ursprünglich thüringischem Gebiet befindet, das erst nach Abschuss des sogenannten Wanfrieder Abkommens im September 1945 durch Gebietstausch Teil der amerikanisch besetzten Zone und damit von Hessen wurde.

Von Werleshausen führt der Radweg zunächst breit und asphaltiert, später als schmaler, roter Sandstein-Schotterweg entlang der Werra in einem großen Bogen und Überfahren der ehemaligen Zonengrenze nach Lindewerra in Thüringen. Von Lindewerra folgt der Radweg dem ehemaligen Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen, der allerdings nicht mehr aus zwei Betonstreifen besteht, sonder gut asphaltiert ist, nach Wahlhausen. Hinter Wahlhausen verlässt er thüringisches Gebiet und erreicht kurz danach den Stadtteil Allendorf. Das heutige Ziel wurde problemlos und ohne Pannen bereits gegen 11.00 Uhr erreicht. Die Fahrstrecke betrug zu diesem Zeitpunkt rund 38 km.

In Bad Sooden-Allendorf fand am Tour- Wochenende das traditionelle Ernte- und Heimatfest statt, dessen Zelte und Fahrgeschäfte man vom Allendorfer Ufer gut auf dem auf einer Insel zwischen zwei Werra-Armen gelegenen Festplatz erkennen konnte.

Vom Stadtteil Allendorf fuhren die Teilnehmer über die drei Werra-Brücken und unter der Bahnstrecke Eichenberg-Bebra hindurch in den Stadtteil Bad Sooden. Nach einer kurzen Rundfahrt durch den Kurpark wurde von einem Teil der Gruppe ein Restaurant mit Außensitzplätzen unter hohen Bäumen und vom anderen Teil eine in der Nähe gelegene Eis-Diele aufgesucht und für eine etwas längere Pause genutzt.

Gegen 12.45 Uhr erfolgte der Start der Rück-Tour. Zunächst wurde dem Gradierwerk in Bad Sooden ein kurzer Besuch abgestattet.

Danach fuhr die Gruppe wieder über die drei Werra-Brücken zurück nach Allendorf und von dort auf dem gleichen Weg nach Hann Münden zurück, auf dem auch die Hinfahrt erfolgt war. Die rund 20 km bis Witzenhausen wurden ohne größere Aufenthalte relativ schnell durchfahren und Witzenhausen bereits gegen 14.00 Uhr erreicht. An der Werra-Brücke erfolgte ein kurzer Halt; zwei der Teilnehmer machten einen Abstecher zu einer kleinen Bio-Brauerei, die aber bereits geschlossen hatte. Es wurde daher entschieden, keine weitere Pause einzulegen und direkt nach Hann Münden weiter zu fahren.

Ab Witzenhausen konnte man voraus nach Westen schauend erste dunkle Wolken am Horizont erkennen. Kurz vor Erreichen der beiden großen Bahn- und Autobahn-Brücken bei Laubach begann es stark zu regnen. Glücklicherweise befindet sich in diesem Bereich ein Sportplatz mit einem Gebäude, das über ein Vordach verfügt und guten Regenschutz bietet.
Das Regenschauer dauerte knapp eine halbe Stunde; dann konnten die letzten rund 5 km Fahrstrecke angegangen werden. Der Bahnhof in Hann-Münden wurde gegen 16.00 Uhr ohne weitere Störungen oder Probleme erreicht.

Die Teilnehmer waren sich bei der Verabschiedung einig, dass die Entscheidung, trotz des Regenschauers am Morgen loszufahren, richtig war und dass die Tour nach Bad Sooden-Allendorf und zurück eine empfehlenswerte Tour ist, die im Jahres-Programm der FSG 65-Radfahrsparte immer einen Platz haben sollte. 79

Die Tour-Daten in Zahlen :
Fahrstrecke : 81 km
Fahrzeit : 4:06 Stunden
Durchschnittsgeschwindigkeit : rund 20 km/h